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Dr. Steffi Steiff - Nacktschicht in der Notaufnahme
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Pipe
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09.03.2010, 14:58
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Teil 1.
Der Schmerz hielt jetzt schon seit gefühlten Stunden an, es war zum wahnsinnig werden. Allmählich kamen die Erinnerungen zurück. Ich hatte mich zu spät abgewendet – ach was, es hatte gar keine Möglichkeit zum Abwenden mehr gegeben. Der Stürmer links außen hatte den Ball voll abgezogen, keine Chance, sich da noch abzuwenden. Daß er mich genau in das Zentrum meiner Männlichkeit traf, war wohl nicht beabsichtigt gewesen. Egal, ich war sofort zu Boden gegangen, vom Schmerz bewußtseinsgetrübt. Scheiß Fußball, warum tat ich mir das in meinem Alter von Anfang 30 auch überhaupt noch an? Sollten doch die Mittzwanziger ihren Kopf hinhalten. Oder ihre Eier, so wie ich. Egal. Nach viel Gelächter über mein Unglück und viele gute Tipps: „Jürgen, reiben, reiben!!“ sahen dann selbst die hartnäckigsten Spötter ein, dass an ein Weiterspielen meinerseits nicht mehr zu denken war. Sogar schon das Aufstehen von Spielrasen tat weh, es war als wären Zementsäcke an meinem Gemächt befestigt. Und Laufen erstmal, das ging ja gar nicht. Irgendwann kam dann mal einer auf die Idee, die Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses ins Spiel zu bringen. Urologischer Notfall: Sackschuß. Bloß nicht lachen, das tat auch weh. Daß der Schmerz aber so gar nicht aufhören wollte. Klar, in der Schule beim Sport war es auch schon mal passiert, aber so unter Jugendlichen war wohl die Power nicht so groß gewesen.
Ich hätte ja auch gerne mal gewusst, wie meine Männlichkeit wohl so aussah. Blau? Rot? Grün? Aber an selbständig die Hose oder gar die Unterhose ausziehen war nicht zu denken. Und jetzt? Jetzt lag ich hier in Kabine 9 der Notaufnahme des St. Margarinen Hospitals in Groß-Eiersdorf, oder wie sonst dieser Ort hier hieß. Als urologischer Notfall eben. Wann würde wohl endlich jemand kommen, um sich meines geschändeten Gemächtes anzunehmen? Und was für eine Diagnose würde rauskommen? Voller Angst dachte ich an alles, was passieren könnte. Ob Spätfolgen eintreten könnten? Würde ich jemals wieder schmerzfrei mit einer Frau zusammen sein können? Der Gedanke an eine Erektion ließ mich schaudern. Unerträgliche Schmerzen wären sicherlich die Folge, wenn sich die Haut straffen würde. Und eine Ejakulation? Was würde da wohl ejakuliert? Blut? Eiter? Reste meiner jetzt zerschossenen Hoden, die mich dereinst zum Mann gemacht hatten? Wahrscheinlich war alles kaputt, zertrümmert unwiederbringlich verloren. Nie wieder würde ich mein rasiertes Gehänge mit dem dicken, langen Seil und den großen schweren Glocken in der Sauna demonstrieren können, um die zum Teil wollüstigen und bewundernden Blicke der Frauen und die meist neidischen Blicke der Männer auf mich zu ziehen. Wehmütig dachte ich an die Frauen zurück, die im Liebesakt meinen eregierten Willi liebkost und meine Eier massiert hatten, bis die glückselige Vereinigung ihr Ende finden konnte. Unmengen Samen hatte ich in so manches Beet gestreut und auf so manche große Brust geschossen. Wie ich die Frauen, vor allem die mit großem Brüsten, geliebt hatte. Aber das war einmal. „Nutze der Jugend frohe Stunden, sie wissen nichts von Wiederkehr“ hatte ich einst in der 3. bis 6. Klasse meinen Mitschülerinnen ins Poesiealbum geschrieben, wie wahr, wie wahr. Jetzt lag ich hier entmannt und doch nicht ganz entmannt, im grellen weißen sterilen Licht einer Notaufnahme zwischen Schränken voller Kompressen, Einmalpritzen, Lanzetten, Kanülen und Braunülen, Infusionsflaschen und was ich noch alles. Und das schon seit mindestens wenn nicht noch länger und kein Weißkittel in Sicht. Es müsste ja nicht mal eine Schwester sein, ein Pfleger würde mir ja schon genügen. Und einen Spiegel, ein Königreich für einen Spiegel………
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